Uhren kaufen in Hamburg

18 Nov, 2014

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Rohwerke und ihre Fabrikanten

Rohwerk HahnCie

1. Hahn&Cie  1/4 Repetition

Schlagfolge: Volle Stunden, danach Viertelstundenschlag

Beispiel:9:38 Uhr

9 Stundenschläge, danach 2 Viertelschläge (Doppelklang). Ablauf- Geschwindigkeit wird durch Fliehkraftregler geregelt. Je stärker die Flügelfedern gespannt werden, desto kleiner ist das Trägheitsmoment am Kraftschluss, desto schneller kann das Räderwerk ablaufen

2. Blue Complication-Minutenrepetition

BLUE COMPILATION

Schlagfolge: Volle Stunden, danach Viertelstunden, danach Minutenschlag.

Beispiel:9:38 Uhr

9 Stundenschläge, danach 2 Viertelschläge (Doppelklang), danach 8 Minutenschläge. Ablaufgeschwindigkeit wird durch hin und her schwingendes Gewicht reguliert. Je kleiner der zur Verfügung stehende Schwingungsbereich eingestellt wird, desto schneller kann das Räderwerk ablaufen.

Beide Uhren verfügen über eine Schweizer Ankerhemmung, welche die Ablaufgeschwindigkeit des Uhrwerkes reguliert. Je kürzer die Spiralfeder und je leichter der Schwingungskörper (Unruhreif), desto geringer das Trägheitsmoment und desto schneller wird der Ablauf des Zeigerwerkes. (Uhr geht schneller, bzw. im umgekehrten Fall ,Uhr geht langsamer)

Wissenswertes zum Thema Rohwerken

Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig beim Uhrenkauf zu wissen, wie ein Uhrwerk aufgebaut ist, die Funktionsabläufe und Steuermechanismen zu kennen, um den Kunden über das Produkt fachgerecht zu informieren. Schauen wir uns also einmal an wie es um das Innere einer Uhr so bestellt ist.

Ein Beitrag in der Wirtschaftssendung »Plus Minus« vom 6. Mai 1997 sorgte bei Fachleuten und Uhrenliebhabern für heftigen Gesprächsstoff. Die Sendung befasste sich mit dem Innenleben mechanischer Armbanduhren, um dessen Fabrikanten und einige ihrer Abnehmer. In der Fachsprache nennt man diese Abnehmer Etablisseure. (Etablisseure sind Unternehmen, die in der Regel bei s. g. Ebauche-Lieferanten Rohwerke einkaufen, fehlende Elemente ergänzen und die Uhr zusammenbauen)

Im Gegensatz zu den wenigen Herstellern, die zumindest einen Teil der Rohwerke in ihrem eigenen Haus fertigen, kaufen die zahlreichen Etablisseure ihre Werke bei spezialisierten Rohwerkeherstellern ein. ( Dazu gehören Firmen wie: ETA, Le Coultre, Nouvelle Le’mania oder Frédéric Piguet. Diese Arbeitsteilung wird in der Uhrenindustrie seit mehreren hundert Jahren praktiziert und bedeutet auch nichts Negatives.

Weil die Entwicklung von neuen Uhrwerken heutzutage mehrere Millionen Euro verschlingen kann sind diese Kooperationen nur zu verständlich. Nur durch Verteilung der enormen Basiskosten auf größere Stückzahlen halten sich die Preise für Rohwerke und damit auch für fertige Uhren im Rahmen des Bezahlbaren. Diese Vorgehensweise ist zum Beispiel in der Automobilindustrie absolute Normalität. Selbst konkurrierende Unternehmen verwenden ein und denselben, Motor.  

Ohne Ebauche keine Uhr

Das Wort Ebauche ist die allgemeine Bezeichnung für das Rohwerk einer Uhr, bestehend aus dem Basiswerk, dem Räderwerk, dem Zeigerwerk und den Wellen. Es bildet so zu sagen das Kernstück einer Uhr.

In der frühen Geschichte der Uhrmacherei wussten die Leute wohl, was eine Uhr ist aber was ein Ebauche, der »erste Entwurf« einer Uhr ist, darum kümmerten sich die Leute nicht. Sie interessierten sich nur für das fertige Kunst- und Wunderwerk: sein Werdegang blieb ihnen jedoch meistens ein Geheimnis. Auch der Uhrmacher selbst empfand nicht das Bedürfnis, einen Teil seiner Arbeit auszusondern und besonders zu benennen, weil er selbstverständlich alle Teile mit gleicher Sorgfalt herstellte. Der Begriff Ebauche hat sich erst nach und nach im Zuge der zunehmenden Arbeitsteilung herausgebildet.

Mit diesen Sätzen beginnt eine 1951 herausgegebene »Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens der Ebauches S.A.«, des damals unbestreitbar größten Rohwerkekonzerns der Uhr-Schweiz. 1950 verzeichnet die erwähnte Chronik nicht weniger als 68 Uhrenindustrieunternehmen, die ganz oder teilweise von der Ebauches Aktiengesellschaft übernommen wurden. Damit sind »Werkzeugsätze oder Maschinen oder Gebäude oder ganze Anlangen« gemeint.

Zu den drei Gründungsfirmen gehörten die Adolf Schild AG (AS), Grenchen, die 1793 gegründete Fabrique d’ horlogerie de Fontainemelon S.A. (FHF), Fontainemelon, sowie die Adolf Michel S.A. (AM), Grenchen. Neun weitere Mitgliedsfirmen, wie zum Beispiel der Rohwerkehersteller Charles Hahn & Cie, Le Landeron, besser bekannt unter dem Namen Landeron, wurden bereits 1927 angegliedert. Die übrigen folgten im Laufe der Jahre, seit Beginn des 19. Jahrhunderts, entbrannten immer wieder heftige Preiskämpfe um die Rohwerke.

Das großseriell gefertigte Ebauche geriet zunehmend in Bedrängnis, weil sich Im Zeitalter der Industrialisierung immer stärker die Unterschiede zwischen der »handgefertigten Luxusuhr« und den fabrikmäßig hergestellten Rohwerken bemerkbar machten.

Auf der einen Seite stand der tickende Wegbegleiter. Dieser wurde als persönlicher Wertgegenstand betrachtet, welcher primär dem Geschmack des Besitzers zu entsprechen hatte und deshalb nicht anonym-seriell gefertigt sein durfte. Mit dieser Uhr ließ sich tatsächlich gutes Geld verdienen. Auf der anderen Seite standen die sogenannten »armen Verwandten«. Das waren eben die Rohwerke samt ihren Produzenten. Blickt man in die Geschichtsbücher der Genfer Uhrmacherei, wird man unschwer entdecken, dass die 1745 erlassenen »Satzungen betreffend das Uhrmachergewerbe« diesen Trend eingeleitet hatten, indem sie eine Verbannung der als minderwertig angesehenen Ebauches-Hersteller aus der Stadt bewirkten. Vor den Toren durften sie ihrer Arbeit nachgehen. In den mächtigen Genfer Etablisseuren fanden sie aber auch weiterhin dankbare Abnehmer. Das weit einträglichere Fertigstellen und Vermarkten von Uhren wollte die chronometrische Upperclass indessen selbst besorgen.

Immerhin bestimmten der Herkunftsname, das kunstvolle äußere Erscheinungsbild sowie die Verwendung kostbarer Materialien in erster Linie den Preis. Die zunehmend maschinell gefertigten, vergleichsweise billigen, aber gleichwohl unverzichtbaren (Roh-) Werke selbst waren als »graue Mäuse« im Gehäuse-Inneren verborgen. Mit ihnen hatten Eigentümer so gut wie nichts zu schaffen.

Das unaufhaltsame Vordringen moderner Maschinen hatte aber auch sein Gutes. Einerseits die Spezialisierung und Arbeitsteilung und andererseits ließ sich mit ihrer Hilfe eines der heikelsten Probleme lösen: die Austauschbarkeit der Bestandteile eines Uhrwerks. Das Rohwerk als Präzisionsinstrument musste vom Makel befreit werden, dass jede Reparatur eine aufwendige manuelle Nacharbeit verlangte.

Nicht jeder musste zwangsläufig alles fertigen. Viel sinnvoller, qualitätssteigernder und kostengünstiger war es bestimmte Komponenten, wie Steine, Unruh, Unruhspirale und Hemmungen von qualifizierten Herstellern zu beziehen.

Die längst zu einem festen Bestandteil der Uhrenindustrie zählenden »verwandten Branchen« entstanden.

Durch den Maschineneinsatz verloren die Rohwerke zwar ihre Individualität aber das brachte auch mehrere Vorteile. Neben der beschriebenen Präzisionssteigerung dürfen auch die wirtschaftlichen Konsequenzen nicht übersehen werden. Durch moderne Produktionsmethoden konnten sich viele Rohwerkehersteller endlich emanzipieren. Die lange währende Bevormundung durch die Etablisseure wandelte sich. Zunehmend entwickelte sich die Ebauches-Fabrikation zu einem bedeutenden Machtfaktor in der eidgenössischen und internationalen Uhrenindustrie.

Neben den reinen Ebauches-Fabrikanten kennt die Branche auch die sogenannte »gemischte Fabrik«. Sie fungiert als Manufaktur und Rohwerkelieferant zugleich. Girard-Perregaux zählt heute zu dieser Gattung, Zenith ebenso. Vor mehr als sechzig Jahren besaß auch das Haus Eterna diesen Zwitter-Status, was den damaligen Ebauches-Machthabern aber ganz und gar nicht ins Konzept passte. So entstand die Manufaktur ETA.

Wer heute an ETA denkt, kommt bei ein wenig Kenntnis der Uhrengeschichte am Namen Eterna nicht vorbei. Auch wenn sich nirgends detailliertes Hintergrundmaterial finden lässt, liegt der Schluss nicht fern, dass »ETA« ursprünglich nichts anderes als ein Kürzel von »Eterna« war.

Quelle: Auszug aus dem  Artikel von Gisbert L. Brunner aus dem Branchenmagazin Uhren Juwelen Schmuck, Januar 1998:
BVA ,Bielefelder Verlagsanstalt, Ravensburger Straße 10F, D-33602 Bielefeld

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